Gå i Amsterdam

Das erste Mal Amsterdam liegt über 10 Jahre zurück – eine Klassenreise, die für die einen unter dem Motto „Kunstreise“ lief und für die anderen eine Art Trip in Alice‘ Wunderland war. Irgendwo zwischen Zeichenstudien architektonisch interessanter Bauten, Abhängen am Strand und Jugendherbergen-Mief, ist die einzige kulinarische Erinnerung an diesen Amsterdambesuch in der klebrigen Karamellfüllung belgischer Waffeln hängengeblieben…

Amsterdam 20035 Jahre später – gemeinsam mit einer Freundin – lag der Fokus auf Shopping, kommerziellem Kunstkonsum und Pannenkoeken…

Amsterdam_2009Weitere 5 Jahre später war es mal wieder an der Zeit, der niederländischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten.

Amsterdam 2014Wer nach Amsterdam kommt, hat vermutlich schon eine kleine Liste an Sehenswürdigkeiten, die er/sie sich ansehen will – u.a. wahrscheinlich:

* Das Stedelijk Mueseum
* Das Van Gogh Museum
* Das Rijksmuseum
* Das Anne Frank Haus (lies besser ihr Tagebuch und spar dir Zeit und Geld!)
* Das Rot-Licht-Viertel (irgendwie surreal…)
* Den Vondelpark (vorallem bei Schönwetter)
* Die Grachten (na no-na-ned 😉 )
* Das Jordaan

Zumindest eines der ersten beiden Museen ist tatsächlich einen Besuch wert – in dieser Hinsicht haben Tripadvisor & Co Recht in ihren Top-10-Sehenswürdigkeiten-Rankings. Wer jedoch keine Zeit mit stundenlangem Anstehen vergeuden will, sollte die Gunst des Vormittags nutzen und vor 10 Uhr dort sein. Das Stedelijk bietet eine unglaublich tolle Sammlung an moderner und zeitgenössischer Kunst – im Van Gogh Museum kann man alles rund um den zeitlebens weniger ruhmvollen Maler unter den gestrengen Augen zahlreicher Securities erfahren.

Sowohl vor als auch nach soviel Kunst-Input bedarf es in jedem Fall einer Stärkung.
Diese sollte – zumindest bei Schönwetter – auch im Auftanken von Sonnenenergie stattfinden. Direkt am Museumsplein (an dem beide Museen angesiedelt sind) gibt es eine ausgedehnte Grünfläche (hier nur ein Teil), von der man – einmal hingeflätzt und Schuhe ausgezogen – nur mehr schwer hochkommt…

vorm stedelijkDa unser einer aber von Sonnenlicht alleine nicht satt wird, bedarf es auch einer Stärkung für Laib und Seele (ersterer verlangt danach, weil er zweitere drei Tage in Folge etwa 8 Stunden überwiegend per pedes durch die Grachten, ihre Shops und Läden tragen muss).

Neben oben angeführter Sehenswürdigkeiten-Liste (welche wir übrigens nicht in Verwendung hatten!) empfehle ich planfreudigen Foodies wie mir auch eine kleine Vorweg-Recherche in Sachen Eateries, Cafés, Märkte & Co.
Und von denen hat Amsterdam einige zu bieten.

So starteten wir Tag #1 im Bakkerswinkel am Sunday Market.

bakkerswinkelDem Café angeschlossen ist auch eine kleine Backstube, in der man sich mit frischen Scones und anderem kleinen Backwerk eindecken kann. Das Frühstück im Café selbst war ganz lecker, aber nicht weltbewegend – hätte ich gewusst, dass mich am Sunday Market eine ganze Armada an Food Trucks erwartet, hätte ich mich wahrscheinlich gegen das Hummusbrot entschieden.
Wenn man sich dann durch das bunte Angebot an handgefertigten Taschen, Kleidung, Seifen, Druckartikeln, Lederwaren, Schildern, Brettern, Vintage-Klimbim, Stofftieren, Pelmänteln, Tüchern und Decken, Fahrrädern, Upcycling-Produkten und Schmuck durchgewühlt und -wuselt hat (allein die Gepäckgewichtsgrenze von 23kg hält einen davon ab, in einen rauschartigen Kaufwahn zu verfallen), ist es Zeit für einen kleinen Koffeinkick, den man sich am besten in der Espressofabriek abholt.

food trucks at sunday marketNicht nur für Shopaholics sind anschließend die Neun Straßen (De 9 Straatjes) ein guter Ausgangspunkt, um Amsterdam von seiner Bilderbuch-Seite kennen zu lernen. Fast schon unwirklich ist das Gefühl, wenn man die Grachten entlang geht und dabei undweigerlich der Blick auf große Fensterfronten fällt hinter denen Menschen wie Schauspieler lesen, fernschauen, abendessen…
Alles ist sehr dicht, sehr bunt, Rad- und Mopedfahrer konkurrieren mit Touristen um eine freie Bahn, Hausboote bekommen einen neuen Anstrich, Möbel werden an Haken die Häuserfronten hochgezogen, an den Brückengeländern hängen Blumen, alte Räder und dazwischen haben kleine Ecklokale Sitzgelegenheiten eingerichtet, wo Alt und Jung auf kleinen Tischen oder Pölstern am Boden hocken, die Beine in die Grachten baumeln lassen und ein Glas Wein zu einer Tajine trinken.

an der gracht 1Es ist schon eine ganz besondere Atmosphäre im „Venedig des Nordens“ und nach und nach kommen versunkene Erinnerungen hoch und vermischen sich mit neuen Eindrücken.

Eindrücklich in Erinnerung geblieben ist mir auch ein Burger-Laden, den wir am ersten Abend auch gleich auswählten. Bei Burgermeester gibt es neben den klassischen Beef- und Cheese-Burgern nicht nur vegetarische Alternativen auf Hülsenfrüchtebasis, sondern auch Miniversionen aller Burger 🙂

Burgermeester_1Den Tag mit leckerem Essen zu beenden ist mindestens genauso befriedigend, wie einen neuen Tag mit gutem Kaffee zu beginnen…

Zum Beispiel bei den Lot Sixty One Coffee Roasters, deren Café zufällig am Weg vom Hotel in die Stadt lag und nicht zu übersehen ist: Das Ecklokal bietet sowohl innen als auch außen Sitzgelegenheiten antlang der großen Fenster und ist sehr puristisch eingerichtet – es gibt Kaffee (welcher und um wieviel ist noch nicht einmal angeschrieben) und ein oder zwei selbstgebackene Mehlspeisen: warme Heidelbeermuffins, Poundcake, Bananenkuchen oder Cookies solange der Vorrat reicht:

Lot Sixty One Coffee Roasters_1Wer wie wir dann den ganzen Tag unterwegs ist, durch Straßen schlendert, Second-Hand-Shops nach Jacken und Stiefeln durchforstet, vor wilden Mopeds flüchtet und das Jordaan-Viertel zu Fuß abläuft, braucht zwischendurch eine Stärkung – hier noch ein paar Tipps:

Frühstück:

Scandinavian Embassy

AMS_2014-27
Frühstück & Lunch:

Le Pain Quotidien:

AMS_2014-23
Last but not least – leider haben wir es erst am letzten Tag ausprobiert:

Im SLA kommt nicht nur das Ernährungswissenschafter-Herz voll auf seine Kosten. Die angebotenen Salate können frei kombiniert werden, die Suppen schmecken hausgemacht und frisch und das ganze Konzept ist trotz der puristischen Einrichtung sehr einladend und appetitlich:

SLANoch viel mehr Tipps findet ihr bei

* awesomeamsterdam.com
* yourlittleblackbook.me

bei nacht 1

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Ein Kommentar zu „Gå i Amsterdam

  1. Das sieht ja gut aus – sehr schöne Tipps! Ich war vor etwa einem Jahr auch dort und bei mir lag der Fokus auch eher auf Shoppen & Schlemmen, was man in Amsterdam (wie ich finde) total gut kann. Überall findet man süße Unikate, kleine Lädchen und zauberhafte Cafés…
    Liebste Grüße, Sonja

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