Zwetschkenfleck aka Zwetschgendatschi

Der Sommer 2014 hat irgendwo anders Urlaub gemacht – in Österreich hat er nur ab und zu auf der Durchreise ein paar Tage hereingespitzt. Nichtsdestotrotz war es ein wunderbares Marillenjahr – es sei mir bitte verziehen, dass ich euch nicht an Marillenknödel, -kuchen, -marmeladeeinkochen & Co hier auf dem Blog teilhaben lassen habe. Marillen kann ich zwar nicht mehr bieten, dafür aber ihre ebenbürtigen Nachfolgerinnen: die Zwetschken!

Zwetschkenfleck (1 von 1)-32Und wo würden sie sich besser machen, als auf einem Fleck Germteig, gebettet unter einer leicht zimtigen Kruste buttriger Zuckerstreusel?
In Powidl, Knödeln, Röster oder versunken in Rührteig? Okay vielleicht, ich lass schon mit mir reden – aber mal ganz ehrlich, so ein Zwetschkenfleck ist schon die ultimative Unterlage für diese wunderbar saftig-süße Frucht.
Außerdem bringt ein Zwetschkenfleck noch eine ordentliche Portion Omi-Nostalgie-Gefühl mit. Alle diejenigen unter euch, die keine Zwetschkenfleck-backenden Omas haben oder hatten, sei geraten selber eine solche zu werden (auch an zukünftige Opas sei an dieser Stelle appelliert – auch wenn ich persönlich keine backenden Großväter habe/hatte)!

Dieses Rezept ist also für all jene, denen Emotionalität beim Essen etwas bedeutet. Und wenn es nur eine Emotion ist: Zufriedenheit. Oder Genuss. Oder das wohlig-sehnsüchtige Gefühl an frühere Spätsommertage am Nachmittagskaffeetisch der Großeltern bei einem Stück Zwetschkenkuchen🙂

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ZUTATEN (ein Blech):

Germteig:
300g glattes Mehl
50g Zucker
100g warme Milch
50g Butter, raumtemperiert
10g frische Germ
Prise Salz
Schale 1/2 Bio-Zitrone
1 Ei
1 Dotter

1,2 kg Zwetschken mit Kern

Streusel:
100g Mehl
50g Rohrohrzucker
60g kalte Butter
Prise Salz
1 gestr. TL Zimt

Weiters:
Etwas Mehl zum Ausrollen, Butter/Öl für das Blech und nach Wunsch: 1-2 TL Vanillezucker

Zubereitungszeit: etwa 2,5 Stunden (Mind. 1 Stunde Teigruhe)

Zwetschkenfleck_Zutaten Für den Teig:
Mehl und Zucker in eine Knetschüssel sieben.
Milch erwärmen und Butter darin leicht schmelzen – die Mischung sollte noch warm aber nicht mehr heiß sein.
Mehl leicht salzen, Germ hineinstreuseln, Zitronenschale darüberreiben.
Ei und Dotter hinzufügen, Butter-Milch dazugießen und alles mit dem Knethaken etwa 10 Minuten glattkneten (meine Oma hat das selbstverständlich von Hand gemacht, aber das Germteigabschlagen mit Emailschüssel am Schoß und Holzlöffel in der Hand will mir einfach nicht gelingen…).

Zwetschkenfleck_Zubereitung 1Den glänzenden, glatten Germteig mit einem Tuch abdecken und für mindestens 1 Stunde an einem warmen, zugfreien Platz stehen lassen.

Zwetschkenfleck_Zubereitung 2In der Zwischenzeit eine Tasse Tee trinken und die Früchte sowie Streusel vorbereiten…

Zwetschkenfleck (1 von 1)-14Zwetschken entsteinen und vierteln – größere Exemplare können auch in sechs Spalten geteilt werden.

Für die Streusel alle Zutaten miteinander verkrümeln und bis zum Gebrauch in den Kühlschrank stellen.

Zwetschkenfleck_StreuselzubereitungDen aufgegangenen Germteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche backblechgroß zu einem Viereck ausrollen und mit Hilfe des Nudelholzes auf das leichte gefettete Blech heben.

Zwetschkenfleck_Zubereitung 3Zwetschkenfleck_Zubereitung 4Zwetschken mit der Schnittfläche nach oben (also Haut in den Teig) dicht darauf verteilen; nach Wunsch – oder wenn die Früchte ein bisschen zu sauer sind – mit Vanillezucker bestreuen und mit groben Krümeln vom Zimtstreusel gleichmäßig bedecken.

Zwetschkenfleck (1 von 1)-25Bei 150°C (Heißluft!) etwa 35 Minuten backen. Wem die Ränder zu dunkel werden, der schneidet sie später weg…

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Zwetschkenfleck (1 von 1)-29Die kleinen, dunklen Pünktchen auf den Früchten rühren im Übrigen von der Vanille im echten Vanillezucker her😉

Der Kuchen ist sehr saftig und weich, auch wenn ich ihn vielleicht einen Ticken zu lange im Ofen lassen habe. Da zeigt sich wieder, dass jeder Ofen sein Eigenleben hat und man auch das Augenmaß heranziehen sollte und nicht nur schriftliche Backzeiten-Angaben.
Mit 35 Minuten Backdauer sollte er aber perfekt werden (meiner war 45 Minuten im Rohr)!

Der Tag hatte grau begonnen, weil wir aber brav aufgegessen haben, waren uns und den Rosen im Garten noch ein paar Sonnenstunden vergönnt…

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