Topfenknödel mit Marillen

Man muss sie einfach lieben: Saftig-süße Sommerfrüchtchen gehüllt in einen flaumigen Teigmantel überzogen mit knusprig-nussigen Bröseln.
Als österreichisches Mädel mit böhmischen Wurzeln (ja, tatsächlich) ist es sozusagen meine Pflicht, ein Rezept für diesen Klassiker der österreichischen Mehlspeisenküche in meinem Repertoir zu haben!

Topfenknöderl_TitelbildIch habe mich für einen Topfenteig entschieden, weil er so easy ist. Natürlich schmecken Obstknödel mit Erdäpfelteig genauso gut. Aber dafür müssen Kartoffeln gekocht, geschält, gepresst und ausgeküht werden. Da ist es einfacher ein Päckchen Topfen aufzureißen 🙂

Statt Marillen, können auch Erdbeeren oder im Spätsommer Zwetschken verwendet werden. Bei Steinobst kann der Kern entfernt und durch ein kleines Zuckerwürferl ersetzt werden. Letzteres sorgt für einen süßenden Ausgleich, da Marillen, Zwetschken & Co oft säuerlich sind – vor allem wenn man nicht wie ich das Glück hat, direkten Zugang zu Baumfrüchten zu haben.
Die liebe Tante meines Freundes versorgte uns mit zwei Körben wunderbar saftiger und aromatischer Marillen:

Topfenknöderl_MarillenSie schmeckten wunderbar – und brauchten kein Zuckerstückchen 😉

ZUTATEN (12 Stück):

250g Topfen (hier lactosefreier mit 10% Fett)
75g geschmolzene Butter
1 Ei
125g glattes Mehl
1g Salz
geriebene Schale 1/2 Zitrone

griffiges Mehl für die Arbeitsfläche
12-14 Marillen
evtl. 12-14 Espresso-Zuckerwürferl
60g Butter
130g Semmelbrösel
60g Zucker

Topfenknöderl_ZutatenTopfen, Butter und Ei in eine Schüssel geben. Mehl und Salz dazu sieben und etwas Zitronenschale abreiben.
Alles zu einem relativ klebrigen Teig vermengen, nicht zu lange mixen.
Die Schüssel abdecken und für mindestens 30 Minuten im Kühlen rasten lassen.

Topfenknöderl_Zubereitung2 Liter Wasser mit 2 gestreichenen EL Salz zum Kochen bringen. Währenddessen Marillen mit Hilfe des Stiels eines Holzlöffels entkernen – sind die Früchte recht sauer, kann ein kleines Stück Zucker in die Öffnung gesteckt werden – er schmilzt während dem Garen und gibt den Früchten eine angenehme Süße.

Marillen entkernenDas griffige Mehl auf eine saubere Arbeitsfläche streuen und den Teig daraufgeben. Im Mehl wälzen und dabei eine dicke Rolle formen. Diese in etwa 12 Scheiben schneiden (sind die Marillen sehr klein, dann gehen sich vielleicht auch 2 mehr aus). Jedes Stück mit etwas Mehl zu einer dünnen Scheibe flachdrücken, Marille daraufsetzen und den Teig eng um die Frucht herum verschließen – Lufteinschlüsse und undichte „Nähte“ nach Möglichkeit vermeiden, sonst gehen die Knöderl auf.

Topfenknöderl_Zubereitung 2Sind alle Marillen in eine gleichmäßige Topfenteighülle verpackt, lässt man sie sanft in das kochende Salzwasser gleiten. Einmal sachte umrühren und die Hitze auf mittlere Stärke zurückschalten, damit das Wasser nicht mehr kocht, sondern nurmehr leise siedet. 12-15 Minuten garziehen lassen, dann die Marillenknödel mit Hilfe eines Schaumlöffels vorsichtig aus dem Wasser heben und zum Abtropfen in ein großes Sieb geben.
Während die Knöderl leise vor sich hin köcheln, Butter schmelzen und die Brösel einrühren. Hitze reduzieren, Zucker zur Bröselmischung geben und das Ganze etwa 5 Minuten unter ständigem Rühren leicht rösten.
Die abgetropften, noch feuchten Marillenknödel in den Bröseln wenden und servieren.

Topfenknöderl_Zubereitung 3Auch wenn die Topfenknödel noch so verführerisch duften: Man sollte zumindest 5 Minuten warten ehe man in das fruchtige Paket hineinbeißt – die Marillen sind anfangs so heiß, dass man sich schnell die Zunge verbrennt – und das wäre schade bei diesem Genuss:

Topfenknöderl_aufgeschnitten

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3 Kommentare zu „Topfenknödel mit Marillen

  1. Das sieht total lecker aus! Und den Trick mit dem Holzlöffelstiel zum Entkernen kannte ich noch nicht – das werde ich mir auf jeden Fall merken 🙂

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