Frühstück außer Haus

Ich darf euch hier meine liebsten Frühtücksdestinationen vorstellen. Es werden aber auch ein paar Cafés vorgestellt, die auf ihre Art und Weise etwas Besonderes sind und damit in die Kategorie „Geschmackssache“ fallen 🙂
Die Reihenfolge der vorgestellten Lokale hat nichts mit meiner Präferenz zu tun – ich werde eher chronologisch vorgehen – ab heute…

wellmann_waffelFrühstücken außer Haus ist natürlich ein Luxus, hat sich aber in den letzten Jahren schon fast genauso etabliert, wie das fixe Samstagabendprogramm – wobei ich gestehen muss, dass ich doch zu Ersterem tendiere. Aber das liegt vermutlich auch daran, dass ich ein Morgenmensch bin…
Mir scheint, dass jüngst unzählige neue Frühstücksdestinationen aus dem Boden geschossen sind (ich spreche hier von Wien) – umso besser, so hat man die Wahl. Und zwar nicht nur die Wahl des Speisenangebots, sondern auch die der umgebenden Atmosphäre. Von modern und geradlinig über traditionell bis zu Wohnzimmerflair ist alles vertreten. Längst muss man nicht mehr zwischen Semmerl mit Butter, Marmelade und/oder Schinken, Käse entscheiden – Müsli und Eierspeisen sind längst fixe Bestandteile der Frühstückskarten und so manche Cafés erweitern ihr Angebot um seitenweise Zusätze, die eine individuelle Gestaltung des Morgenmahls ermöglichen. Für Entscheidungsmuffel werden Frühstückskombis mit den ausgefallensten Namen vorgegeben – Ausgestochenen wird’s meist auch nicht schwer gemacht – es findet sich immer etwas Vegetarisches, Lactosefreies, Fruktosefreies… und in den meisten Lokalen habe ich die Erfahrung gemacht, dass Extrawünsche ohne genervten KellnerInnen-Blick notiert werden.
Ich habe natürlich schon einige Favoriten herausgekitzelt und werde hier auch nur über die berichten, die ich empfehlen würde. Wer sich einen größeren Überblick verschaffen möchte, kann sich die Ergebnisse der fleißigsten Frühstückstesterinnen hier zu Gemüte ziehen. Auch wenn ich mit ihren Urteilen nicht immer ganz übereinstimme, geben sie doch einen umfangreichen Einblick in die Wiener (Salzburger, Grazer und Linzer) Frühstückswelt!

Aber nun zu meinen liebsten Lokalen – wobei ich gleich erwähnen sollte, dass Brunchbuffets hier nicht allzu zahlreich vertreten sein werden. Ich bin eher so der à la carte-Typ. Nichtsdestotrotz fange ich heute mit genau dem an: einem Frühstück vom Buffet!

Das Wellmann – 20. April 2013

wellmannIm Herbst 2012 hat ein neues Lokal, das Wellmann, seine Pforten in einer Seitengasse der Mariahilferstraße geöffnet. Genauer gesagt in der Theobaldgasse. Diese Gasse bietet auf wenigen Metern recht Unterschiedliches im Bereich Mode und Gastro an, allen gemeinsam ist das Motto unkonventionell, künstlerisch und mit sozial motivierten Hintergedanken. So findet man bei anzüglich kreative Mode aus nachhaltiger Produktion, bei feinkoch gibt’s regional und saisonal zusammengestellte Essenspäckchen inkl. Kochanleitung und im Wellmann wird neben Musik auch Essen angeboten. Am Wochenende in Form eines Brunchbuffets, welches sich bescheiden an die Rückwand des hochwandig hellen Lokals drückt.
Um € 14,50 hat man neben einem Heißgetränk und einem weichen Ei die Qual der Wahl. Alles wirkt sehr selbstgemacht – fast als wäre man bei lieben Freunden eingeladen. In orangen Plastiksesseln im 1970er-Jahre-Style, mit Blümchentapete und Leuchtmadonna über der Küchentüre fühlt man sich gleich sehr „retro“, gleichzeitig aber auch ein bisschen künstlerisch-alternativ und – hungrig.
Also gleich ran ans Buffet, welches neben den üblichen Komponenten (Schinken- und Käseplatte, verschiedene Salate und kleine Kuchenstückchen sowie die obligatorische Müsli-Abteilung) auch warme Gerichte zu bieten hat: Curries, Suppen, Reis und Weißwürste!
Das Brotangebot hat mich nicht überzeugt – dafür das Waffeleisen, in welchem man sich reichlich buttrig-süße, leichte knusprige Herzen backen kann.

Fazit: kein Schickimicki oder Mainstream, dafür Wohnzimmerfeeling mit superfreundlichem und emsigem Service!

http://www.cafewellmann.at/

Rudolf Ölz – 26. April 2013

Ölz_Banner„Backen wie früher“ lautet der Slogan des Café-Restaurants Rudolf Ölz im dritten Wiener Gemeindebezirk. Seine Ursprünge liegen jedoch am anderen Ende Österreichs. In Dornbirn – dort hat der Urgroßvater des heutigen Inhabers einst seine Meisterbäckerei gegründet.
Der vorarlberger Einschlag ist in erster Linie an den begleitenden Sprüchen der Speisekarte (z.B. „Eoppas guot’s“) und dem Käseangebot erkennbar.
Die Einrichtung ist hell und wirkt transparent – nicht zuletzt wegen der integrierten Schaubäckerei, wo man den BäckerInnen und KonditorInnen auf die Finger schauen kann. Neben herrlichen Sauerteigbroten und Kipferln, werden hier Klassiker wie Fruchtschnitten und glasierte Guglhupfs vor den Augen der mampfenden Kunden zubereitet. Das Gefühl von Handgemacht lässt sich so hautnah erleben.

Handy-Fotos 341
An die urigen, massiven Holztische, mit Blick auf die üppige Vitrine, tritt – wenn sie Lust hat – eine etwas hantige Kellnerin und nimmt die Bestellung auf. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen – im Grunde sind sie herzlich und mütterlich – besonders, wenn sie einen nach dem dritten oder vierten Besuch wiedererkennen und merken, dass man ihrem „Charme“ standhält!

Ölz 1Und bei dem Speisenangebot liegt der Fokus sowieso woanders!
Seit kurzem wird auch an Sonntagen Frühstück angeboten – wer jedoch das Angebot und das emsige Treiben von unter der Woche gewohnt ist, läuft Gefahr, entäuscht zu werden.
Besonders belegte Snacks, Frühstücks-Kombis und Mittagsmenüs lassen das Herz höher schlagen – ich empfehle dringendst das belegte Gustoweckerl (mit Parmaschinken oder vegetarisch mit Mozarella), das Vitalfrühstück mit Müsli, das Schnittlauchbrot und das Laugenkorcroissant!
Neben zahlreichen Teesorten wird Kaffee auch mit laktosefreier Milch (ohne Aufpreis) angeboten…

http://www.rudolf-oelz.at/

Blaustern – 4. Mai 2013

Am Döblinger Gürtel zwischen Nussdorfer Straße und Döblinger Hauptstraße sitzt ein blaubedachtes, glasbefrontetes Café, in welchem es sich wunderbar a la carte frühstücken lässt. Zwar werden auch diverse Snacks (z.B. bunt belegte Erdäpfeomlettes) und sogenannte Blausternweckerl (Riesenlaugengebäck – z.B. mit warmen Spinat und Schafkäse) angeboten, aber die Hauptattraktion ist und bleibt die Frühstückskarte – ausgewählter Liebling von mir ist das „Fit Plus“ mit Joghurt mit frischen Früchten, Brioche, Vollkornbrot, Hüttenkäse, Philadelphia und Rohkost dazu frisch gepresster Orangensaft. Auf den Kaffee verzichte ich und wähle lieber eine Jumbotasse Tee, da hat frau mehr davon 🙂
„Der Gatte“ sillt seinen Hunger mit der deftigeren Hausvariante (Blaustern Frühstück) mit 1 Ei im Glas, 2 Gebäck, Butter, Putenschinken, Mailänder Salami, Serranoschinken, Bergbaron, Philadelphiakäse (oder Marmelade) und ebenfalls frisch gepresstem Orangensaft.

blaustern_banner
Super sind auch die Eierspeisen und – wenn der Blaustern-Besuch doch auf einen Nachmittag fällt: der lauwarme Karottenkuchen mit Himbeer, Pistazie und Obers!

Auch wenn diverse warme Gerichte angeboten werden, die Stärken des Blaustern liegen definitiv bei den kleinen Gerichten, die meist ganz groß daher kommen.

Achja, dem Ambiente sollten vielleicht auch noch ein paar Worte geschenkt werden. Große Fensterfronten und klare Linien machen zusammen mit dem jungen, dynamischen Servicepersonal das Blaustern zu einem Szenelokal in dem sich sowohl der Business-Einzelgänger mit Laptop einfindet, als auch die Döblinger Schickeria aller Altersgruppen trifft.
Zwar bietet das Blaustern bei Schönwetter reichlich Platz zum Draußensitzen – Feinstaub und Verkehrslärm dürfen einen dann jedoch nicht abschrecken. Und wenn die Sonne scheint ist es schon fein…also Ray Ban aufgesetzt und Prosecco zum Frühstück bestellt 😉

Aber ganz ehrlich, wer wird bei dem Frühstück auf den Nachbarstisch achten…

http://www.blaustern.at/

Dampfbäckerei – Café Mayer 8. Juni 2013

Wenn wir uns einmal gar nicht entscheiden können, wenn es schnell gehen soll oder wenn wir einfach auf einen guten Schnittlauch-Kornspitz Lust haben, dann zieht’s meinen Schatz und mich in der Regel in die Dampfbäckerei. Wobei dieser Name leicht irreführend ist – denn selbstgebacken wird hier (schon lange) nicht (mehr). Das angebotene Sortiment an Brot und Gebäck – welches wie in einer normalen Bäckerei an der Theke zum Mitnachhausenehmen gekauft werden kann – ist jedoch gezielt ausgewählt. So findet sich neben dem bereits erwähnten Kornspitz von Felzl auch ein Dinkelcroissant von Schrott und diverse Brote sowie Kleingebäck von anderen Bäckern der Stadt.

Dampfbäckerei_2Wer nicht zum Gebäck-Einkaufen in die Dampfbäckerei kommt, nimmt im Café mit gelben Wänden, kleinen Holztischen und samtgepolsterten Sitzgarnituren Platz und lässt sich vom freundlichen Servicepersonal bedienen. Dabei kann man nicht nur aus den Leckereien in der Vitrine auswählen, sondern auch aus der umfangreichen Speisekarte. Neben ein paar klassischen Frühstückskombinationen finden sich auch zahlreiche Ei-Gerichte – etwa die Eierspeise auf geröstetem Roggenbrot mit Schnittlauch -, diverse Müslis – z.B. der warm servierte Frühstückstraum nach den 5 Elementen -, oder diverse belegte Brote und Weckerl wieder.

Wir nutzten einen der ersten Sonnentage, um im grünumsäumten, steingepflasterten Gastgarten ein kleines Frühstück mit weichen Eiern, Joghurt mit Früchten und dem besten Schnittlauch-Kornspitz der Stadt einzunehmen.

Dampfbäckerei_3http://www.cafemayer.at/

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