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Warum sich in letzter Zeit vegane Gerichte auf meinem Blog tummeln (obwohl ich selber keine Veganerin bin), liegt nicht am (Dank Web 2.0 so erfolgreichen) Hype selbiger Ernährungsform, sondern hat andere Gründe. Welche genau, werdet ihr bald erfahren… Viele Gerichte sind ja automatisch vegan – also frei von tierischen Zusätzen – brauchen daher also m.M.n. auch nicht diesen Zusatz, nur um den Eindruck einer speziellen Zubereitungsform zu erwecken. Etwa die Linsensuppe, das Kokos-Lauchgemüse oder viele andere Suppen, Salate und ähnliches.

Himbeer-Hafer-Scones 1Irgendwie anders verhält es sich jedoch bei Mehlspeisen und Süßwaren. Gerade in der Konditorei sind Milchprodukte und Eier nahezu unumgänglich, um den feinen Backwaren und Torten die gewünschte Konsistenz zu geben. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und er ist auch sehr wandelbar und anpassungsfähig – aber die Beschaffenheit eines saftigen Gugelhupfes, einer flaumigen Buchtel oder eines soufflierten Kaiserschmarrens ist ohne den darin enthaltenen Eiern nur schwer nachzuahmen. Mittlerweile gibt es natürlich unzählige Ersatzprodukte und es wird fleißig mit Leinsamen, Chia, Soja & Co experimentiert – Milch und Butter lassen sich längst problemlos durch Soja- und Getreide- oder Mandeldrinks bzw. durch gehärtete Pflanzenfette (oder Öl) aus dem Supermarkt um die Ecke ersetzen.

Auch wenn ein veganer Lebensstil oft mit einer allgemein gesünderen Lebenseinstellung einhergeht (selbstverständlich nicht zwingend, aber bis zu einem gewissen Grad automatisch), VeganerInnen wollen nicht auf Süßes verzichten, zumal es aus verschiedenen Gründen einen besonderen Platz in unserer Ernährung eingenommen hat. Wir verbinden Geschichten mit süßen Leckereien – Oma’s Zwetschkenfleck, dem Germknödel auf der Skihütte, dem Muffin aus dem Coffeeshop, dem Sesamgebäck aus der türkischen Bäckerei – Geschichten, die mit Emotionen und Erinnerungen verbunden sind, die wir uns Bissen für Bissen ein Stückchen in die Gegenwart holen wollen. Nicht zuletzt spielt natürlich der Zucker eine wesentliche Rolle in der Entstehung von Glücksgefühlen im Gehirn (oder wie geht es auch, wenn ihr nüchtern seid… und ich spreche noch immer von Kohlenhydraten ;-) ).

SaftigeDie Herausforderung für mich lautet daher, wie kann man frei von tierischen Zusätzen dieses berechtigte Bedürfnis erfüllen ohne gleichzeitig einen Kompromiss eingehen zu müssen?

Am besten man bedient sich Rezepten, die von Haus aus auch ohne Ei funktionieren – wie gesagt, Milchprodukte lassen sich relativ einfach austauschen.
Etwa in diesem Rezept, welches selbstverständlich auch mit Buttermilch, normaler Kuhmilch oder Sojamilch gemacht werden kann.
Ich habe mit Hafer-Cuisine experimentiert, da in dem Rezept auch Haferflocken enthalten sind – würde es aber beim nächsten mal mit Sojajoghurt (evtl. Vanille) oder ähnlichem probieren, da die Hafercreme den Scones einen sehr blassen Teint verpasst. Die pinken Himbeeren haben aber dafür umso schöner geleuchtet.

Himbeeren_Hafer

ZUTATEN (ca. 9 Stück)

280g Mehl
10g Backpulver (hier mit Safran)
1/4 TL Salz
50g Roh-Rohrzucker
40g Haferflocken
60g kalte Margarine (z.B. Bio-Alsan)
200g Hafer-, Reis- oder Sojacuisine (z.B. von Oatly, Natumi oder Provamel)
100g TK-Himbeeren

Nach Wunsch: Weiße Schokolade (auf Reismilchbasis)
Hier: Hafer-Cuisine und Blütenpollen

Zubereitungszeit: ~35 Minuten (davon 25 Minuten Backzeit)

Hafer-Scones_vegan_ZutatenDen Ofen auf 180°C vorheizen, ein Backblech mit Backpapier belegen.
Mehl, Salz und Backpulver in eine Schüssel sieben (1).
Haferflocken (2) und Zucker (3) hinzufügen, die kalte Margarine in Stücke schneiden, zu den trockenen Zutaten geben (4) und alles mit den Fingern oder dem Knethaken eines Mixers zerkrümeln.Zubereitung 1Hafer-Cuisine zu den Krümeln gießen, kurz unterrühren und die Himeeren einarbeiten, das geht am besten mit den Händen. Es sollte alles gerade so zusammenkleben, aber kein homogener Teig sein!

Zubereitung 2Eine Arbeitsfläche leicht bemehlen und den Teig darauf platzieren. Zu einer ca. 3cm dicken Scheibe formen und mit einem Kreisausstecher (Portionierring oder Glas geht auch) dicke Scones ausstechen.

Zubereitung 3Auf das Backblech legen und nach Wunsch mit einer Glasur aus Hafer-Cuisine (hier mit einer Messerspitze Curcuma leicht eingefärbt – Achtung nicht zuviel nehmen!) bestreichen, mit ein paar Haferflocken (hier Blütenpollen*) bestreuen und ca. 25 Minuten backen.

Hafer-Scones 3Auf einem Gitter etwas auskühlen lassen (wenn sie ohne Glasur gebacken wurden, kann man sie mit flüssiger Schokolade bestreichen!).

 

*Blütenpollen:

20140213-2014-02-13 12.43.52Blütenpollen sollen eine stärkende Wirkung haben und bei Erschöpfung, körperlicher und geistiger Anspannung kräftigend wirken. Sie enthalten essentielle Aminosäuren, Mineralien und Spurenelemente sowie die Vitamine A, C und E, welche antioxidativ wirken, gleichzeitig sollen sie bakterielle Krankheitserreger im Zaum halten. Selbstverständlich ist die Verwendung von Blütenpollen hier reine Spielerei und nicht notwendig!
Außer für Allergiker bieten sie aber eine gute, natürliche Nahrungsergänzung, die auch in Müsli und Co (etwa 2 TL/Tag) verwendet werden kann. Geschmacklich sind sie leicht süß, haben aber auch einen etwas eigenwilligen, wachsartigen. Nebengeschmack.

Hafer-Scones_Etagere

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